Edelstahl ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile gibt es ca. 120 verschiedene Sorten. Der Werkstoff wird im Bauwesen, in der Pharmazie, in der Lebensmitteltechnik, im Fahrzeugbau und in vielen anderen Bereichen tag- täglich eingesetzt. Die Produktionszahlen von Edelstahl haben sich in den letzten 10 Jahren um ca. 50% erhöht. Die ältesten Eisengegenstände sind etwa 6000 Jahre alt. Damals war es nur schwer möglich, Eisen in größeren Mengen zu gewinnen. In Europa haben erstmals die Kelten um 700 v. Chr. begonnen, Eisen zu verhütten. Heute wird das Roheisen in den Hochöfen der Eisenhütten gewonnen und in Walzwerken weiterverarbeitet. Dabei werden die Begriffe Eisen, Stahl und Edelstahl ganz selbstverständlich in unserer Umgangssprache verwendet, von vielen sogar synonym, ohne die spezifischen Unterschiede zu beachten. Edelstahl sind Stähle, deren Eigenschaften durch Zulegierungen geeigneter Stahlver- edler verbessert werden. Besonders im Bauwesen werden Edelstähle als Baustähle z. B. für Maschinenbestandteile oder als Werkzeugstähle für Bohrer, Fräser und Ähnliches verwendet. Ein großer Einsatzbereich sind aber auch Treppen und Geländer, Bedachungen und Ähnliches. Bis hin zu Türgriffen und Möbelgriffen reicht die Bandbreite der Verwendungsmöglichkeiten.

 
"Edelstahl rostfrei"
 

"Edelstahl rostfrei" Unter der Sammelbezeichnung "Edelstahl rostfrei" werden heute über 120 Stahlsorten geführt, die zwei Gemeinsamkeiten haben:
-  Eine mindestens 10,5%ige Legierung mit Chrom
- Die Beständigkeit gegen Korrosion, ohne Schutzüberzug, sondern durch die Bildung einer Passivschicht unter Sauerstoffeinwirkung.
Einige der gängigen Markenbezeichnungen sind z. B. Chromargan, V2A, V4A, Nirosta, Remanit oder Inox. Edelstahl bietet anderen Materialien gegenüber sehr viele Vorteile. Er zeichnet sich besonders durch seine Langlebigkeit und Korrosins- beständigkeit aus. Er ist weder wartungs- noch pflegeintensiv. Außerdem lässt er sich in sehr vielen unterschiedlichen Bereichen designorientiert einsetzen.
Auch wenn sich in Deutschland die Bezeichnung "Edelstahl rostfrei" als Marken- zeichen durchgesetzt hat, verbergen sich doch hinter diesem Etikett eine ganze Reihe von unterschiedlichen Stählen, die nicht alle wirklich rostfrei sind, sondern nur mehr oder weniger stark korrodieren. Edelstahl ist also nicht gleich Edelstahl. In Europa werden die Stähle nach so genannten Werkstoffnummern bezeichnet und ihre Zusam- mensetzung etc. ist natürlich in DIN-Normen geregelt.
Das Besondere an Edelstahl ist seine "Passivschicht". Diese schützt den Edelstahl gegen Korrosion, indem "edlere" Legierungsbestandteile eine mehr oder weniger geschlossene Oberflächenschicht bilden. Diese Passivschicht bildet sich auch nach Beschädigung, zum Beispiel bei Kratzern, wieder aus. Dennoch hat eine sehr glatte Oberfläche einen wesentlich besseren Korrosionsschutz als eine verkratzte.

 
Oberflächenbehandlung
 

Viele verschiedene Möglichkeiten der Oberflächenbehandlung lassen Edelstahl in völlig unterschiedlichen "Looks" erscheinen. Metallisch blank, mit seidig mattem Glanz, mit eingeprägten Mustern oder auch mit farbigen Oberflächen, die durch so genannte Spektral- beschichtungen erzielt werden. Durch Prägen, Gravieren oder Ätzen lassen sich auch indi- viduelle Muster und Texte aufbringen.
Der Oberflächenbehandlung kommt insbesondere nach dem Schweißen eine große Bedeutung zu. Beim Schweißen entstehen mehr oder weniger Verzunderungen an den Schweißnähten und Anlauffarben im Bereich der Wärmezone. Weitere Verfahren dienen der Herstellung einer glatten und/oder glänzenden Oberfläche, die neben der optischen Qualität auch eine Funktion beim Korrosionsschutz hat.
Als mechanische Verfahren kommen Schleifen, Polieren und Strahlen in Betracht. Deren Anwendung richtet sich vor allem nach der gewünschten optischen Qualität und kann z. B. zur Erzielung von Hochglanz sehr aufwendig werden. Je nach Verfahren werden glänzende, satinierte oder matte Oberflächen erreicht.
Als chemisches Verfahren hat vor allem das Beizen eine wichtige Bedeutung. Speziell nach dem Schweißen ist Beizen oft ein notwendiges Verfahren, um Zunderreste und Anlauf- farben zu entfernen, die sonst die Korrosionsbeständigkeit des Edelstahls negativ beeinflussen würden. Außerdem wird durch das Beizen die Bildung der Passivschicht, die für die Korrosionsbeständigkeit des Stahls verantwortlich ist, beschleunigt und verbessert. Wegen der vielen unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten wird Edelstahl rostfrei im Bauwesen in fast allen Bereichen in der Außenarchitektur, im Innenbau und für Verbindungs- elementen eingesetzt.